Der Edelen Not


Der Edelen Not

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Vision um die Naumburger Figuren

 

In Form einer Erzählung eine dichterische Sinndeutung der weltberühmten, unsterblichen Naumburger Sandsteinfiguren.“ (Hans Sterneder)

Eine der schönsten tragischen Liebesgeschichten der Weltliteratur. Sehr knapp, sehr eindringlich und sehr kraftvoll erzählt.

Die höfische Welt des Mittelalters.Uta von Ballenstedt und Wilhelm von Camburg sind fast noch Kinder. als sie sich zum ersten Mal begegnen, doch schnell wird ihnen klar: Sie gehören zusammen. Er, der Feingeist, und sie, seine Seelenverwandte. So reifen sie heran in der Gewissheit einer gemeinsamen Liebe und eines gemeinsamen Lebens. Doch dann kommt alles ganz anders.

Wilhelm zieht mit dem Kaiser nach Italien. Der Zug dauert mehrere Jahre, seine Briefe erreichen sie nicht, und ihr Vater drängt sie zur Hochzeit mit einem anderen. Doch sie widersteht dem Werben und hält ihrem Liebsten die Treue. Da verbreiten Vater und Brautwerber die Nachricht, Wilhelm sei tot. Utas Widerstand erlischt, und sie heiratet den Falschen. Nur wenige Tage später kehrt Wilhelm an der Seite des Kaisers heim ...

In dieser wundervollen Erzählung gestaltet Hans Sterneder Schicksal und Ideal eines edlen Menschentums, das in den Stifterfiguren des Naumburger Doms in unvergänglicher Form zu Stein geworden ist.

Der Naumburger Dom und seine berühmten Stifterfiguren haben Sterneders Geist in ganz besonderer Weise angezogen. Während seiner Wanderschaft 1909-1911 hat er mehrere Monate dort verbracht und sich ganz in ihren geheimen Zauber versenkt. Später schrieb er einmal, dass ihm in der Versenkung in diese Figuren die geistigen Zusammenhänge offenbar wurden, die er als „Bauhütten-Geheimnis“ bezeichnete. Mit dieser kleinen Erzählung hat er dem steinernen Denkmal ein literarisches an die Seite gestellt.

 

 

Leseprobe

 

© 2009 Eich-Verlag, Werlenbach
Alle Rechte vorbehalten

 

Im Westchor des Domes zu Naumburg ist hauchloses Schweigen. Es ist tief in der Nacht.

Der herbstliche Mond steht schräg am Himmel. Die Sterne sind unter seinem vollen Glanz zurückgetreten. Die Dächer der Stadt und die Baumkronen unten im Tal liegen in silberner Helle. Auf den Gassen und dem Gras der Anger zeichnen sich scharfe Schatten.

In der Stadt ist kein Laut. Nur unten in den Gärten löst sich ab und zu eine reife Frucht und fällt mit dumpfem Aufschlag in das taunasse Gras.

Unirdisch heben sich die vier schimmernden Domtürme in die helle Nacht. Wie ferner Heiligenschein funkeln die grünspanigen Turmhelme.

Es ist jene Stille in der Welt, wie sie der Natur eigen ist, wenn sie ganz in das kommende Leben versunken ist, das sich von ihr lösen will, und das sie nur mit Wehmut hingibt.

Im Westchor geistert fahler Lichtschimmer durch die schwere Dunkelheit. Der Mond ist noch nicht im Zenit. An den Wänden stehen die zwölf Stifter des Domes. Regungslos. Kein Schild bebt, kein Schwert klirrt; auch das Buch in Frau Gepas Hand knistert nicht; nicht einmal eine Falte an den Kleidern der Frauen.

Aber es ist eine große Spannung im Raum. So groß, dass sie wie ein leise schwingendes Klingen ist. Wie wenn der Wind durch eine Harfe streicht und sie zum Singen bringt.

Das ist immer so in den vollen Mondnächten.

Es ist eine geballte Kraft im Chor, wie in einer Halle, aus der eben der Kaiser schritt oder in der der letzte Ton des großen Minnesängers verklang.

Draußen schläft die Stadt. Wie eine Straße aus Silber liegt der Fluss im Land. Die Berge sind hingestreckt wie ruhende Tiere.

Aber im Dom ist ein unheimliches Leben. Ein Leben, das sich nicht durch die leiseste Bewegung verrät. Und das doch so machtvoll fühlbar ist.

Der Mond steigt und steigt.

Zum Zerreißen ist die Spannung im Chor.

Da löst sich ein leises Stöhnen von den Lippen eines Mannes. Es kommt aus der undurchdringlichen Finsternis zwischen den hohen Buntfenstern.

Die Hand einer Frau, die regungslos steht, erzittert über dem Herzen.

Ein Schwert klirrt ...

Es ist immer dasselbe, solange es auch schon her ist. Sie kommen nicht davon los.

 

Ekkehard und Uta

Ekkehard und Uta

 

 

Weitere Produktinformationen

Autor:

Hans Sterneder

Umfang: 96 Seiten
Art/Einband: Hardcover
ISBN 978-3-940964-06-9
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