Der Wunderapostel

Der Wunderapostel

Die beiden Romane Der Sonnenbruder und Der Wunderapostel des österreichischen Dichters Hans Sterneder (1889-1981) sind Klassiker der spirituellen Literatur des 20. Jahrhunderts und haben seit ihrer Erstauflage Anfang der 1920er Jahre mehrere hunderttausend Leser erreicht.

Die Geschichte spielt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und erzählt die Abenteuer des Walzbruders Beatus Klingohr, seine Suche nach einem geheimnisvollen Mann, den alle nur den „Wunderapostel“ nennen, und von seinen wundersamen Erlebnisse mit ihm. Doch die Geschichte hat durchaus autobiographische Züge. So nannte Sterneder, der selbst von 1909 bis 1911 als Walzbruder kreuz und quer durch Europa gezogen ist, den Sonnenbruder das Buch seiner Wanderjahre, und über den Wunderapostel schrieb er:

In dieser Zeit höchster Seelenkämpfe trat ein Mensch in mein Leben, ein Großer der Erde, ein gewaltiger, weltüberwindender, indischer Meister, dem, wie Shakespeare sagt, Dinge zwischen Himmel und Erde offenbar waren, von denen sich unser Menschenhirn nichts träumen lässt. Und nun begannen die großen Jahre meines Lebens. Weise führte er mich in die Geheimnisse der Natur. Rätsel um Rätsel sprang auf, immer gewaltiger enthüllte sich das Geheimnis des Lebens, das keine Wissenschaft durch ihre Methode zu lösen vermag! Im ,Wunderapostel‘ ist davon soviel niedergelegt, als notwendig ist, um den Sinn des Lebens und der Schöpfung zu enthüllen.“


Der Sonnenbruder

Im Sonnenbruder lernen wir Beatus Klingohr als einen Walzbruder kennen, der ein schmerzhaftes Geheimnis mit sich herumträgt und der immer auf der Flucht vor sich selbst, vor seiner eigenen Vergangenheit ist. Ein schwerer Schicksalsschlag hat ihn hinausgetrieben auf die Landstraße, fort aus der Geborgenheit seines alten Lebens und hinaus auf die harte Straße – mitten hinein in die bunte Welt der Landstreicher und Vagabunden. Doch das Schicksal meint es gut mit ihm. Beatus ist ein Liebling von Mutter Natur. Mit warmer Liebe offenbart sie ihm all ihre Schönheiten. Er genießt die unbeschwerte Leichtigkeit der Sommertage und die herzliche Freundschaft seiner Wanderbrüder. Aber er bekommt auch die erbarmungslose Härte des Winters zu spüren und die versteinerte Ablehnung kalter Herzen.

So erlebt Beatus beides: Himmel und Hölle, Freude und Niedergeschlagenheit. Doch bei all dem Erleben kreisen seine Gedanken immer wieder um den Sinn des Lebens, die Geheimnisse der Natur und – um Gott. Als er sich schließlich aufmacht, den Wunderapostel zu suchen, beginnt eine dramatische Suche auf Leben und Tod …

Nach der Erstauflage Anfang der 1920er Jahre nannte Dr. Egbert Delpy den Roman in der Rheinisch-Westfälische Zeitung „die große Natursinfonie“ und „eine dichterische Glanzleistung.“ 


Der Wunderapostel

Im Wunderapostel begegnet Beatus endlich dem Heißersehnten und zieht an seiner Seite durch die Lande. Und er erlebt Unglaubliches. Der Wunderapostel ist ein Eingeweihter, ein indischer Meister, der über ein unergründliches Wissen verfügt und unfassbare geistige Kräfte besitzt, Herr über die Materie zu sein scheint und sogar Heilungen bewirkt. Er enthüllt Beatus Schöpfungsgeheimnisse, die nur wenigen Eingeweihten bekannt sind. Für Beatus beginnt ein ganz neues Leben. Tiefer und tiefer führt ihn der Wunderapostel ein in die Geheimnisse des Seins, enthüllt ihm die geistigen Zusammenhänge alles Lebens und löst die schmerzhaften Bande auf, die Beatus einst auf die Landstraße getrieben hatten. Beatus ist glücklich, selig, doch dann kommt die Stunde des Abschieds …

Hans Sterneder ist mit seinem Einweihungsroman vom Wunderapostel etwas Einmaliges gelungen: die Verschmelzung von hoher Literatur und tiefer Geistigkeit, die Einheit von Sprache und Erkennen. Er machte ihn zum großen Mystiker des 20. Jahrhunderts und zum Künder des bereits heraufziehenden Wassermann-Zeitalters.

Der Publizist Wilhem Schwaner nannte den Roman „das beste, größte und tiefste Buch, das ich je gelesen habe“, und der Dichter Ludwig Huna: „Dieses Werk hat einen namenlosen Reichtum in meine Seele gelegt, und ich werde zeitlebens von seinen Schönheiten und Weisheiten nicht loskommen.“


Der Spielfilm

Der Spielfilm Der Wunderapostel hat die Romane Hans Sterneders auf die Leinwand gebracht. 1993 hatte er Premiere und lief mehrere Jahre erfolgreich in den Kinos. Er beeindruckt nicht nur durch seinen spirituellen Gehalt, sondern auch durch schöne Naturaufnahmen, ein liebevolles Bühnenbild und eine kraftvolle Musik. Der Film ist wie die Bücher — voller Schönheit, Weisheit und Tiefe.

Die Zuschauerstimmen sprechen eine eindeutige Sprache. Hier ein kleiner Auszug: „ein wundervoller Film“, „hat mich sehr in meinem Innersten berührt“, „ging mir sehr zu Herzen“ „wunderschön … macht nachdenklich“, „es hat mich noch nie ein Film so berührt wie dieser“, „erhaben und schön“, „der schönste und wichtigste Film, den ich in meinem ganzen Leben sah“, „Balsam für Körper, Seele und Geist“.

 

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Playlist zum Spielfilm Der Wunderapostel

Playlist zum Roman Der Wunderapostel