Hans Sterneder – Dichter und Mystiker


Hans Sterneder – Dichter und Mystiker

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Leben und Schaffen eines
außergewöhnlichen Schriftstellers

 

So wie die Menschheit nur von der Sonne leben kann und diese Sonne in aller Zeit dieselbe bleibt, wie sehr sich die Menschen auch geistig verändern mögen, ebenso ist jene andere Sonne, die geistige Sonne, ich meine damit das ,Ewige Menschheits-Urwissen‘, die Schöpfungs-, Lebens- und Seins-Erkenntnis: die Kosmosophie, ewig und immer die gleiche!“ (Hans Sterneder)

Hans Sterneder war ein Dichter, Mystiker und Kosmosoph, Professor und Träger des höchsten Ordens für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. Er galt als eine der liebenswürdigsten Dichterpersönlichkeiten Österreichs und wegen seiner hohen Spiritualität als ein bedeutsamer Anreger des religiösen Lebens seiner Zeit. Er sah seine Aufgabe darin, hohe Dichtkunst mit kosmisch-geistigem Lebenserkennen zu verschmelzen.

Aus Anlass seines 120. Geburtstags 2009 hat der Eich-Verlag dieses Buch über Leben und Schaffen Hans Sterneders zusammengestellt. Neben einem kurzen Abriss seines Lebens werden die wichtigsten Kernpunkte seines kosmisch-geistigen Weltbilds dargelegt, so etwa das von ihm so genannte Menschheits-Urwissen, der Einweihungsweg und die Bedeutung des Tierkreises.

Ergänzt wird die Schrift durch eine Übersicht seiner zu Lebzeiten publizierten Bücher. Drei Leseproben runden die Darstellung ab und, als besondere Kostbarkeit, Sterneders Bericht „Mein Weg zum Wunderapostel“, in dem er schildert, wie er vom materialistischen Gottleugner zum spirituellen Dichter wurde.

Dieses Buch über Hans Sterneder soll dazu beitragen, diesen wundervollen Dichter und sein tiefgründiges Werk wieder neu ins Bewusstsein der literarisch und spirituell interessierten Leserschaft zu rücken.

 

 

Leseprobe

 

Die große Aufgabe

© 2009 Thomas Eich-Verlag, Werlenbach
Alle Rechte vorbehalten

 

Als Hans Sterneder seine Laufbahn als Dichter begann, war er ein unbekannter Schriftsteller wie viele andere auch. Doch schon früh nahm er Tuchfühlung mit den Großen seiner Zunft auf und freundete sich mit vielen von ihnen an: mit Hermann Hesse, Hermann Löns, Hugo von Hofmannsthal, den Literaturnobelpreisträgern Karl Gjellerup und Paul Heyse, und als väterlicher Freund und Gönner mit Richard Voß.

Doch schon der Beginn seines literarischen Schaffens ließ erahnen, dass sein Weg eine andere Richtung nehmen würde als die eines „normalen“ Schriftstellers. Es war um das Jahr 1912, wenige Monate, nachdem er von seiner Wanderschaft zurückgekehrt war, als zum ersten Mal der Ruf einer besonderen Aufgabe an ihn erging. Fritz Arno Weisse beschrieb es in einer Dissertation über Leben und Werk Hans Sterneders so:

„Das qualvolle Jahr, das der heimgekehrte Wanderer als Bahnbeamter in Gloggnitz am Semmering zubrachte, trug den schöpferischen Augenblick in sich. Heute sagt der Dichter darüber: ‚Gott legte eines Nachts seinen Finger auf mein Herz.‘ Und er musste sich hinsetzen und schreiben. Schreiben ohne Entwurf, ohne Plan. ‚Ich weiß niemals, wie das Ende der Geschichte sein wird, an der ich gerade arbeite. Ich schreibe nicht, sondern es wird mit mir geschrieben.‘“ (12)

Trotz dieser selbstempfundenen Berufung hat Sterneder in seinen ersten Romanen fabuliert, wie er selbst es nannte, Geschichten erzählt, wunderbare Geschichten zwar und auf ungemein liebreiche und beglückende Art und Weise, aber er hat eben „nur“ erzählt. Im Bauernstudent von seiner Kindheit und Jugend, im Sonnenbruder von seinen Wanderjahren.

Erst mit dem Wunderapostel 1924 kam der Umschwung. Auf einmal wurde deutlich, welche Berufung an ihn ergangen war, auf einmal war er nicht mehr nur Erzähler, auf einmal war er Dichter, Mystiker, Künder eines Wissens, das nicht seinem eigenen Denken entsprungen, sondern ihm zugeflossen war aus Quellen, die man nur als göttlich bezeichnen kann. Eine Lebensaufgabe brach sich Bahn.

Der Lebensweg Hans Sterneders scheint nur ein einziges Ziel zu haben, auf eine einzige Erfüllung hinauszulaufen, einer einzigen Aufgabe zu dienen. Mehrfach hat er diese Aufgabe in seine Werke hineingeschrieben. Angesprochen werden seine Romanfiguren, aber gemeint ist immer nur einer: Sterneder selbst. So lässt er beispielsweise den Wunderapostel sagen:

„Ja, Beatus, du bist ein Erkorener, erwählt für ein großes Werk. Und du musst es vollbringen! Musst deiner Aufgabe dienen und ihr dein Leben weihen mit all seinen Kräften.“ (13)

Wenn der Wunderapostel dem Bischof von Beatus’ Berufung erzählt, beschreibt er exakt die Aufgabe, zu der Hans Sterneder sich erwählt fühlte:

„Draußen in der Stadt harrt in sehnsüchtiger Hingabe mein geistiger Sohn, der vom Schicksal bestimmt ist, mit lebendigem Wort den Geist des Wassermann-Äons heraufzuführen und das ewige Ur-Wissen zu bringen. [...] Und er, mein Sohn, wird es sein, der die Schleier löst und die Morgenröte der Menschheit heraufführt. [...] Und plötzlich werden die rauschenden Wasser brausend auf ihn zuströmen und einbrechen in seine Brust und die ältesten Zeichen der Erde werden zu ihm reden. Und er wird besitzen ,Urwissen‘ und ,Weg‘. Und wird bereit sein für seine große Bestimmung.“ (14)

Mehr als 40 Jahre später legte Sterneder einer anderen seiner Hauptfiguren ganz ähnliche Worte in den Mund. In seinem Einweihungsroman „Also spricht die Cheops-Pyramide“ spricht ein alter Ägypter zu dem jungen deutschen Wissenschaftler Oswald Niebergall, den er in die Geheimnisse des Menschheits-Urwissens einweiht. Gemeint ist wieder der Dichter selbst, wenn es heißt:

„Du, Bruder, bist bestimmt, dieses geheime Menschheits-Urwissen von seinen Fesseln zu befreien, es aus den Höhlen des Stoffwahns und aus der Vergessenheit zu heben und den Menschen aufzuzeigen, dass sie, die Durstenden, allerorts an den ‚heiligen Brunnen des Lebens‘ stehen.

Du hast die Aufgabe, die Siegel aufzubrechen, die Bänder zu lösen und den Heißverlangenden das Wasser und das Licht einzugießen, damit sie wiedererwachen und auferstehen zum wahren wirklichen Leben, zum Leben des königlichen, gott-geistigen Menschentums!“ (15)

___________________

(12) Weisse, Fritz Arno (1941): Hans Sterneder, sein Leben und Werk. Dissertation. Wien., S. 21.
(13) Sterneder, Wunderapostel, S. 464.
(14) Sterneder, Wunderapostel, S. 149 f.
(15) Sterneder, Cheops-Pyramide, S. 74.

 

 

Weitere Produktinformationen

Autor:

Thomas Eich

Umfang: 98 Seiten
Art/Einband: Taschenbuch
ISBN 978-3-940964-15-1

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