Geborgen in russischer Gefangenschaft


Geborgen in russischer Gefangenschaft

Artikel-Nr.: EV-B-1017

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Autobiographie einer christlichen Lehrerin

 

Jene Zeit größter Not ist mir auch eine Zeit größter Nähe Gottes gewesen. Größer als der Helfer, ist die Not ja nicht, das kann ich wirklich bezeugen.“ (Rosemarie Krüger-Gerhard)

Am 3. November 1941, mitten im Zweiten Weltkrieg, trat Rosemarie Krüger als junge Lehramtsanwärterin ihren Dienst in einem kleinen Dorf in Ostpreußen an. Als 1944 die Front immer näher rückte, machte sie sich auf die große Flucht Richtung Westen. Doch die Russen waren schneller. Sie geriet in Gefangenschaft und wurde nach Sibirien verschleppt. Dort begann ein leidvoller Weg durch verschiedene Lager. Erst 1947 kehrte sie nach Hause zurück.

Es waren harte Jahre, geprägt von Not und Entbehrung, doch trotz all des Elends fühlte sie sich geborgen in der Hand ihres Schöpfers. Der Glaube an Jesus Christus gab ihr Kraft und Stärke, und sie erlebte unzählige Male die Hilfe, den Schutz und die Tröstung durch ihren Herrn und Gott. Sei es die Bewahrung vor den Vergewaltigungen oder anderen Übergriffen der Aufseher oder seien es die vielen kleinen Hilfen im alltäglichen Lagerleben.

Rosemarie Krüger-Gerhards Buch ist eine Kostbarkeit der besonderen Art. Mit den Augen einer Zeitzeugin vermittelt es der jüngeren Generation einen erschütternden Einblick in die schrecklichen Geschehnisse dieser Zeit. Gleichzeitig ist es ein wunderbares Zeugnis für den göttlichen Schutz und die göttliche Hilfe und für die Wahrheit des Wortes: „Dein Glaube hat Dir geholfen“. Ein Buch, das auch den heutigen Leser in seinem Glauben an die Hilfe Gottes bestärkt und ihm zuruft: „Gott verlässt Dich nicht, Er lässt Dich niemals im Stich, Er hilft und schützt Dich auch in der misslichsten Lage. Glaube nur immer an Ihn.“

 

 

Leseprobe

 

Auf dem Gutshof bei Konitz

© 2010 Thomas Eich-Verlag, Werlenbach
Alle Rechte vorbehalten

 

Auf einem Gutshof bei Konitz sollte übernachtet werden. Das Haus war ausgeplündert, die Fenster fast alle zerschlagen. Wir wurden in den Keller geführt. Dort lag Stroh, auf dem schon andere geschlafen hatten. Wir sollten neues Stroh darauf schichten. Am nächsten Morgen hatte die Rotkreuzschwester Geburtstag. Wir drei sangen ihr ein Lied. Dann beobachteten wir, dass die Posten oben im Haus die Räume herrichteten. Die zerschlagenen Fenster wurden mit Brettern zugenagelt und Strohballen hereingetragen. Auch ein Ofen wurde aufgestellt und das Ofenrohr durchs Fenster geleitet. Dann durften wir Frauen die einstmals herrschaftlichen Räume belegen. In unserm Raum stand noch ein schweres, eichenes Buffet. Plötzlich spürte ich ein ungewohntes Pieken unter meinem linken Arm. Als ich der Sache auf den Grund ging, entdeckte ich die erste Kleiderlaus. Gleich taten es mir die andern nach. Auch sie fanden das lästige, gefährliche Ungeziefer, das bekanntlich den Flecktyphus überträgt. Von da an wurden wir die Läuse nicht mehr los. Es war unsre tägliche Beschäftigung, morgens die Tiere aus der Wäsche abzusammeln. Wir hatten sie uns im Keller auf dem alten Stroh geholt und nicht jeder hatte für sich genug frisches Stroh darüber gelegt.

Hier blieben wir vier Tage. Vor der letzten Nacht überkam Annemarie Winter eine Ahnung, dass wir uns auf das Eindringen der russischen Posten in unsern Schlafraum gefasst machen sollten. Zunächst verrammelten wir die Tür so gut es ging.

Dann erzählte uns Annemarie eine Geschichte, in der sich wehrlose Frauen durch Geschrei gerettet hätten. So wollten wir es auch machen, falls wir diese Nacht belästigt würden. Wir hatten schon unsre Abendandacht gehalten, da musste eine Frau unbedingt raus. Kaum hatten wir die Tür offen, kam ein Russe herein und leuchtete uns mit der Taschenlampe ab und suchte sich ein Mädchen aus. „Frau komm! Frau komm!“ Aber sie weigerte sich. Da ging der Mann wieder hinaus, um Verstärkung zu holen. Das Mädchen sprang auf und suchte sich bei mir zu verstecken. Ich nahm sie unter meinen Mantel und war entschlossen ihr mit Gottes Hilfe beizustehen. Dann kam der Mann zurück und suchte sie so lange, bis er sie bei mir fand. „Ah! Frau komm!“ „Nein. Sie will nicht!“ Er zerrte sie mit Gewalt am Arm, aber ich hielt sie am anderem fest. „Du auch kommen!“ meinte er nun. Da habe ich ihn echt ausgelacht. Nun ging er wieder hinaus und brachte gleich drei Mann mit. „Frau komm!“ Wieder zerrte er sie am Arm. Ich zog meine Beine an und trampelte ihn kräftig gegen die Brust. Da ließ er los. Aber einer richtete seine Pistole auf mich und drohte mir. In meinem Herzen sprach eine Stimme: „Das Ding schießt nicht!“

Bei einem erneuten Versuch, das Mädchen mit Gewalt herauszuholen, trampelte ich den Soldaten zum zweiten Mal. Da warf er sich auf mich und schlug mich mit seiner Faust ins Gesicht. Im gleichen Augenblick brüllte Annemarie kräftig los und alle stimmten wie verabredet ein! Hast du nicht gesehn, was kannst du, waren alle Soldaten verschwunden! Von oben hörte man den Offizier kommen und die Männer zurechtweisen.

Nun hatten wir wirklich unsere Ruhe. Welch ein Wunder Gottes! Ohne Seine Hilfe hätten wir nie und nimmer den Sieg davongetragen!

 

 

Weitere Produktinformationen

Autor:

Rosemarie Krüger-Gerhard

Umfang: 220 Seiten
Art/Einband: Taschenbuch
ISBN 978-3-940964-16-8

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