Der Wunderapostel (TB)


Der Wunderapostel (TB)

Artikel-Nr.: EV-B-1020

Auf Lager

15,90
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versand


mit Libreka reinlesen

Der große Klassiker spiritueller Einweihungsliteratur

 

In dieser Zeit höchster Seelenkämpfe trat ein Mensch in mein Leben, ein Großer der Erde, ein gewaltiger, weltüberwindender, indischer Meister, dem, wie Shakespeare sagt, Dinge zwischen Himmel und Erde offenbar waren, von denen sich unser Menschenhirn nichts träumen lässt. Im ,Wunderapostel‘ ist davon so viel niedergelegt, als notwendig ist, um den Sinn des Lebens und der Schöpfung zu enthüllen.“ (Hans Sterneder)

Lange und verzweifelt hat Beatus Klingohr jenen fremdländischen Mann gesucht, den alle nur den Wunderapostel nennen und von dem er selber sich Linderung seiner tiefen Seelenwunden erhofft. Nun hat er ihn endlich gefunden und zieht an seiner Seite über die Landstraßen des 19. Jahrhunderts.

Und Beatus erlebt Unglaubliches. Der Wunderapostel ist ein Meister aus dem Fernen Osten und enthüllt ihm Schöpfungsgeheimnisse, die nur wenigen Eingeweihten bekannt sind. Beatus vergisst seinen Schmerz und erlebt Befreiung und Erlösung von aller Schwere und allem Leid. Für ihn beginnt ein neues Leben.

„Der Wunderapostel“ war Sterneders dritter Roman und die Fortsetzung seines Landstreicherromans „Der Sonnenbruder“. Er machte ihn vom fabulierenden Schriftsteller zum spirituellen Dichter, zum großen Mystiker des 20. Jahrhunderts und zum Künder des bereits heraufziehenden Wassermann-Zeitalters. Hans Sterneder ist mit seinem Einweihungsroman vom „Wunderapostel“ etwas Einmaliges gelungen: die Verschmelzung von hoher Literatur und tiefer Geistigkeit, die Einheit von Sprache und Erkennen. Nicht umsonst gilt er als Dichter des Menschheits-Urwissens.

 

 

Leseprobe

 

Der Sonnengesang des Beatus!
(aus dem 1. Kapitel)

© 2008 Thomas Eich-Verlag, Werlenbach
Alle Rechte vorbehalten

 

Glashell klingendes Morgenschweigen lag über dem Bannkreis des königlichen Dachsteins.

In urweltweisem Gleichmut ragten die vereisten Zinnen gegen den Himmel. In urweltweiser Ruhe hauchten sie ihren grimmen Atem auf die goldgrünen Frühlingsalmen. Eine Welle lebensfreudigster Naturkraft quoll aus dem heiligen Leibe der jungstarken Erde, sich mit dem Odem des Eises zu einem Elixiere verschmelzend, wie es den Magiern aller Zeiten in keinem ihrer Tiegel geglückt.

Mit klirrendem Schrei kreiste ein Wildadler um das Haupt des Dachsteins. Jeden Morgen, wenn die Sonne seine Gipfel vergoldete, stieg der Raubvogel auf und brachte ihm seinen Gruß. Es war ein altes Tier, das seit einer Vogelewigkeit seinen Horst im Geklüft des Bergriesen hatte. Nun schwebte er über der einsamen Alm, die sich unter den Schneehängen des weisen Freundes hinzog, spähte mit blickscharfen Lichtern in die Tiefe, rüttelte ein paar Blutschläge lang über derselben Stelle und flog dann in weitem Bogen um die Hochwiese.

Dort unten, die Arme auseinandergestrafft, den entblößten Kopf tief in den Nacken geworfen, lag Beatus Klingohr in den Knien, das verklärte, weltentrückte Gesicht dem göttlichen Taggestirn zugewandt, das zuvor, als der Wildadler sich zur Firnzinne des Berges emporschraubte, in gleißender Pracht über die zerklüfteten Morgenberge stieg.

Den Mund halb geöffnet, die Augen in unerforschliche Weiten gerichtet, kniete er regungslos in der würzigstarken Blütenpracht, wie ein Heiliger, der von einer himmlischen Vision erfüllt ist.

Höher stieg die Sonne, stärker wurde ihr Leuchten, wohliger ihre Wärme.

Durch Stängel und Blätter der Almblumen ging ein leises Zerren und Spannen, aus jedem Blütenkelch drang in vermehrter Stärke betörender Duft, so dass sich die emsigen Insekten für einen Augenblick ganz benommen an den lockenden Blütenblättern festhalten mussten, welche die Pflanzen in behutsamer Lautlosigkeit der Göttin des Lebens zudrehten.

In einer Flut von duftender Wärme und morgendlicher Frische lag der Kniende.

Und nun begann sich sein Mund zu öffnen, und mit der Inbrunst eines durch härteste Askese vergeistigten, erdentrückten Klostermönches strömte es ungestüm wie ein junger Gletscherbach von seinen Lippen:

„Sonne, leuchtende, strahlende, goldene Sonne! Hüterin des Himmels, sei mir gegrüßt! Sei mir gepriesen ob deines Lichtes! Siehe das freudige Erwachen aller Kreatur! Sie vermag nur zu leben in deinem Schein. Vermag nur froh zu sein unter dem Gold deiner Scheibe. Siehe, wie die Kronen der Bäume leise im Morgenwind rauschen, wie die Kelche der Blumen aufbrechen und die heiligen Opferdüfte trunken ihren farbigen Lichtschalen entströmen!

Ihr Leben und Sein ruhet in deiner Liebe.

Siehe die Vögel des Himmels! Traumbang kauern sie nachts im Gezweige des Waldes. Doch kündet der Frühschein des Morgens dein nahendes Kommen: Siehe, da steigen sie aufwärts mit tauig glänzendem Gefieder, erfüllen die Himmel mit jauchzender Lust.

Kein Kelch vermöchte zu strömen, kein Lied zu ertönen, wenn du nicht bei uns wärest, Königin!

Mutter des Lebens, o sei gegrüßt! Höre das Donnern der Wildbäche in den Schluchten; sieh die Formenwunder der Wolken in den Zelten der Himmel! Leben in allen Tiefen der Erde, in allen Höhen der Lüfte. O Wunder des Himmels: Leben! Von dir geschaffen, von dir erfüllet. Dir auch ergeben in Ewigkeit!

Leuchte, lohe und sprühe, glühende Göttin, Göttin des Seins! Ströme hernieder Fluten des Lichtes, erfülle uns ganz mit deinem Glanz! Verbrenne das Dunkle, entfache das Lichte zu lodernden Bränden, entfache das Reine!

Dein Strahlen ist Liebe, Liebe dein Kreisen!

Dein Lieben ist Leben, das Leben dein Sein!

Aus jedem Geschöpf grüßt dich der Strahl deiner Liebe! Grüßt du dich selbst. Wie groß bist du, Göttin, in deiner Macht!

Sieh mich auf den Knien, o höre mein Danken, allewige Mutter! Ein Hauch nur bin ich vor deinem Glanz, doch bis zum Versprühen, Verglühen des letzten Funkens in mir sei gepriesen! Sei gesegnet für dein himmlisches Licht, welches das Dunkel der Nächte in die Freuden der Helle wandelt! Gesegnet für die Ströme der Wärme, die den Tod besiegen und das Leben schenken. Sei gesegnet, Königin, dass ich bin und dich lieben kann!“

Beatus hält eine Weile seine Hände der Sonne entgegen, dann wirft er sich zu Boden, presst die Stirne auf den frühlingszarten Teppich des Almgrases und spricht andächtig:

„Heilige Erde, sei mir nicht minder gesegnet! Du trägst mein Leben, duldest mein Wandeln, weist mir in Liebe unendliche, selige Wunder!“

Da werden seine Blicke von einer Enzianblüte angezogen, die ihm ihren Saphirkelch hingebungsvoll entgegenhält. Zärtlich betrachtet er eine Weile das Blütenwunder, dann neigt er sich nieder und umschließt mit behutsamen Fingern die zarte Krone.

„Holdselige Schwester, Rätsel des Lebens, fühl meine Liebe. Nimm sie auf in dein reines Wesen, wärme dich an der Liebe eines Menschenbruders und verwebe sie in die geheimnisvollen Kräfte deines Seins!“

Tief beugt er sich über die Blume und berührt bewegt mit seinen Lippen das azurblaue Mysterium.

Lange verharrt er so, dann hebt er den Kopf, die Blüte noch immer haltend, und murmelt wie im Traum vor sich hin:

„Wärme dich, du Keusche. Und sende meine Liebe deinen Schwestern zu, damit auch sie erleben, wie Menschenliebe ist.“

Und sich vom Boden erhebend und über die Blütenpracht der weiten Almwiese schauend, bewegt er mit feierlicher Ruhe die Arme ringsum und spricht:

„Ich segne euch, Kinder des Lichtes, segne dich, holdseliges Lächeln der heiligen Mutter Erde! Meine ganze Liebe gebe ich euch, o gebt mir von eurer Reinheit, von dem unerschütterlichen Glauben eures Lebens, gebt mir von dem stillen Glück eures Freuens! Lasst mich teilhaben an den heiligen Wundern des Seins, die wir Menschen verloren und die sich in die Schreine eurer zauberhaften Körper zurückgezogen haben!

Heilig seid ihr, die ihr stumm dieses Wissen traget, heilig seid ihr Erwählten!“

Und er preist die wehenden Lüfte, die ziehenden Wolken, die glänzenden Firne, die funkeln, wie wenn sich der ganze Schimmer des Sternenzeltes in sie gesenkt hätte; er segnet die schweigsamen Wälder, die in weitem Bogen die hügelige Alm umsäumen, für den Schutz, den sie dem Getier geben; er segnet das Wasser, dessen kristallklare Flut alles Lebendige labt.

Dann lässt er die Arme sinken und, die Lider schließend, steht er lange Zeit, wie von Erschöpfung überfallen. Fährt mit der Hand langsam über Stirn und Augen und blickt wie benommen über die sonnüberflutete Almwiesenpracht, auf der noch immer die märchenhaften Taugeschmeide der Nachtgeister glitzern, die sie beim Anbruch des Morgens der Sonne als Gruß und Huldigung zurückgelassen haben. Lange betrachtet er dieses menschenentrückte Paradies, das rings von hohen Schneemauern und Eiszacken umschützt ist, deren Alabaster sich unirdisch von der goldgrün leuchtenden Frühlingspracht der Almwiese abhebt. Es scheint, wie wenn die wildzerrissenen Felsgiganten mit ihren weißen Schultern und Häuptern, drohend auf trotzenden Wächtern gleich, geradewegs aus dem bunten Teppich der weiten Wiese wüchsen.

Es ist, als habe der Herrgott sich hier heroben, mitten im ewigen Eis und Schnee, durch die Kraft Seiner Allmacht einen Zaubergarten geschaffen, unzugänglich dem Fuße der Menschen, von keinem Sterblichen geahnt und gewusst.

 

 

Weitere Produktinformationen

Autor:

Hans Sterneder

Umfang: 352 Seiten
Art/Einband: Taschenbuch
ISBN 978-3-940964-21-2
PDF-Leseprobe: Herunterladen

Zubehör

Produkt Hinweis Preis
Hans Sterneder liest ... Wunderapostel und Atom Hans Sterneder liest ... Wunderapostel und Atom
Autorenlesung aus dem 17. Kapitel als Download (und anderes) 5,90 € *
Hans Sterneder liest aus seinen Werken 1 Hans Sterneder liest aus seinen Werken 1
Autorenlesung aus dem 17. Kapitel auf CD (und anderes) 15,00 € *
Der Sonnenbruder Der Sonnenbruder
Die Vorgeschichte. Beatus Klingohr sucht den Wunderapostel ... 19,90 € *
*
Preise inkl. MwSt., zzgl. Versand
Details zum Zubehör anzeigen

Zu diesem Produkt empfehlen wir

Der Gralsweg
13,90 € *
*
Preise inkl. MwSt., zzgl. Versand

Kunden, die dieses Produkt gekauft haben, haben auch diese Produkte gekauft

Der Sonnenbruder
19,90 € *
*
Preise inkl. MwSt., zzgl. Versand

Auch diese Kategorien durchsuchen: Der Wunderapostel im Eich-Verlag, Bücher aus dem Eich-Verlag, Hans Sterneder, Tierkreiswissen im Eich-Verlag, Das Verlagsprogramm des Eich-Verlags, Die Bücher Hans Sterneders