Wunderapostel

Sortieren nach:
Der Sonnenbruder

Der Sonnenbruder

19,90 €

Auf Lager
Der Wunderapostel

Der Wunderapostel

19,90 €

Auf Lager
Der Wunderapostel (DVD)

Der Wunderapostel (DVD)

9,90 €

Auf Lager
Wunderapostel-Paket

Wunderapostel-Paket

43,00 €

49,70 €

Auf Lager

Der große Klassiker spiritueller Einweihungsliteratur

Die beiden Romane Der Sonnenbruder und Der Wunderapostel des österreichischen Dichters Hans Sterneder (1889-1981) sind Klassiker der spirituellen Literatur des 20. Jahrhunderts. Sie sind Anfang der 1920er Jahre erschienen (1922 und 1924) und haben seitdem mehrere hunderttausend Leser erreicht. Anfang der 90er Jahre wurde die Geschichte rund um den Walzbruder Beatus Klingohr und seine Erlebnisse mit dem Wunderapostel fürs Kino verfilmt.

Die Geschichte spielt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und erzählt die Abenteuer des Walzbruders Beatus Klingohr, seine Suche nach einem geheimnisvollen Mann, den alle nur den Wunderapostel nennen, und von seinen wundersamen Erlebnisse mit ihm. Dabei hat die Geschichte durchaus autobiographische Züge. So nannte Sterneder, der selbst von 1909 bis 1911 als Walzbruder kreuz und quer durch Europa gezogen ist, den Sonnenbruder das Buch seiner Wanderjahre, und über den Wunderapostel schrieb er:

„In dieser Zeit höchster Seelenkämpfe trat ein Mensch in mein Leben, ein Großer der Erde, ein gewaltiger, weltüberwindender, indischer Meister, dem, wie Shakespeare sagt, Dinge zwischen Himmel und Erde offenbar waren, von denen sich unser Menschenhirn nichts träumen lässt. Und nun begannen die großen Jahre meines Lebens. Weise führte er mich in die Geheimnisse der Natur. Rätsel um Rätsel sprang auf, immer gewaltiger enthüllte sich das Geheimnis des Lebens, das keine Wissenschaft durch ihre Methode zu lösen vermag! Im ,Wunderapostel‘ ist davon soviel niedergelegt, als notwendig ist, um den Sinn des Lebens und der Schöpfung zu enthüllen.

Was alle Wissenschaft nicht zu entschleiern und zu geben vermag, verleiht die Hingabe an die Ewige Wahrheit: Erkennen des heiligen Kreislaufes des Lebens und der Wechselbeziehung alles Seienden vom Kleinsten bis zum ganzen Kosmos und damit Halt in sich und Halt im Weltall. Sie zerstört den Wahn vom blinden, sinnlosen Zufall, unter dessen Herrschaft nichts bestehen könnte, und richtet mit sieghafter Majestät das strahlende Königreich der göttlichen Weltenordnung von Ursache und Wirkung, dem Schicksal, auf. Dies aber führt zu des Menschen höchsten Gütern: zu Lebensehrfurcht, Lebensbeglückung und zu tiefem inneren Frieden.

Um meinen Brüdern in Zeiten schwerer Seelennot diesen Frieden zu bringen, schrieb ich den „Sonnenbruder“ und den „Wunderapostel“. Möchten diese beiden Bücher Vielen Erlösung werden!“

Wer ist der Wunderapostel?

Der Wunderapostel ist die zentrale Gestalt in Sterneders Anfang der 1920er Jahre geschriebenen Romanen Der Sonnenbruder und Der Wunderapostel. Hauptfigur der Bücher ist Beatus Klingohr, Sohn eines Geigenbaumeisters aus dem Erzgebirge. Die Geschichte beginnt im Sommer 1857 und spielt im Vagabunden- und Landstreichermilieu.

Durch glückliche Umstände hatte Beatus schon früh Ruhm und Reichtum erlebt und die Gipfel weltlichen Erfolges erklommen. In ganz Europa war sein Name bekannt geworden. Doch dann hatte ein Schicksalsschlag ihm alles zunichte gemacht. Schmerz und Verzweiflung hatten ihn hinausgetrieben auf die Landstraße. Heimatlos war er umhergezogen, ohne Ziel, ohne Perspektive und ohne inneren Frieden. Immer auf der Flucht vor sich selbst, vor seinen eigenen, bitteren Erinnerungen.

Da hörte er eines Tages von einem Mann, den alle den Wunderapostel nannten und der über ungewöhnliche Kräfte und Fähigkeiten verfügen sollte. Beatus schöpfte Hoffnung. Er wollte den geheimnisvollen Mann finden und sich ihm anvertrauen. Eine lange und gefährliche Suche begann.

Davon erzählt der erste Roman Der Sonnenbruder.

Hier die Passage, in der Beatus Klingohr zum ersten Mal vom Wunderapostel hört. Ein anderer Walzbruder, Heini Vögeli, genannt der Vögeli-Heini, zeichnet von ihm das magisch-mystische Bild eines geheimnisvollen Zauberers:

„‚Wenn du je dem Wunderapostel begegnen solltest, dann schau, dass du dich an den halten kannst. Von dem wirst du Dinge erfahren und sehen - falls er dich an sich herankommen lässt - die dir jeden Zweifel nehmen werden.‘

‚Der Wunderapostel, wer ist das?‘, fragte Beatus beinahe ungestüm.

‚Das ist ein geheimnisvoller Zauberer. Einige behaupten sogar, dass er aus Asien her ist. Ausschaun tut er danach. Und es heißt, dass er sein Lebtag auf der Landstraße gewesen ist.‘

‚Wieso kommt er aber zu dem Namen Wunderapostel?‘

‚Das ist sein Kundenname; der Name, den die Kunden [reisende Handwerksburschen] für ihn aufgebracht haben und unter dem man ihn weit und breit kennt. Wenn du nach Königsberg hinaufkommst und einen Kunden nach dem Wunderapostel fragst oder wenn du in Italien unten bist, überall wirst du erfahren, dass er gar wohl bekannt ist.‘

Beatus lauschte gespannt.

‚Du musst wissen, dass er von unseren Leuten wie ein Heiliger und Weiser verehrt wird. Es gibt keinen zweiten Kunden, mit Ausnahme des Evangelisten, der so bekannt und verehrt ist und der solche Macht über die Walzbrüder hat wie der Wunderapostel. Denn er ist so weise, dass ihm alle geheimen Kräfte der Natur dienstbar sind. Es geht die Sage über ihn, dass er mit allen Pflanzen und Tieren im Bunde ist und all ihre Geheimnisse kennt.

Ja es wird sogar behauptet, dass er mit Pflanzen und Tieren reden kann, wie andere mit Menschen reden, und dass es darum nichts gibt in der Welt, was er nicht kann und weiß.

Sogar wo die Schätze unter der Erde liegen, sollen sie ihm sagen. Und es mag leicht sein, dass er zu jeder Minute Geld heben kann, denn es heißt, man habe ihn noch nie betteln sehen. Und einige schwören sogar darauf‘ - hier senkte Vögeli-Heini unwillkürlich seine Stimme zum Flüsterton - ,dass er mit Geistern im Verkehr steht! Und so muss es wohl auch sein, denn er soll derartige Wunder an Kranken verübt haben, dass sie ohne die Hilfe der Unsichtbaren gar nicht möglich erscheinen. Einer erzählte einmal in der Penne, es war in Heilbronn, dass er ihm in den Wald nachgeschlichen sei und gesehen habe, wie der Alte einen Strauch berührte und sich aus diesem ein Wesen gelöst hätte, zu dem er lange gesprochen habe, und dass dieses schließlich durch die Luft davongeschwebt sei. So unfassbar das klingt, ich könnte es doch glauben, denn ich bin der festen Meinung, dass es für den Heiligen nichts gibt, das er sich nicht untertan zu machen wüsste.

Und sollte diese ganze Geschichte auch nur geflunkert gewesen sein, Tatsache ist, dass er durch Händeauflegen Schwerkranke gesund und Lahme gehend machen kann. Ich habe darüber den alten Evangelisten gefragt und der hat es mir bestätigt. Und was der alte Evangelist sagt, ist so wahr wie das Wort Gottes.‘“ (1)

Im zweiten Roman Der Wunderapostel begegnet Beatus Klingohr dem geheimnisvollen Fremden zum ersten Mal. Sofort hat er den Eindruck, es mit einem besonderen Menschen zu tun zu haben. Hier die entsprechende Passage im Roman:

„Auf diesem Antlitz lag die Hoheit, wie sie das Haupt weiser, sagenumwobener Könige längst verklungener Jahrtausende geziert haben mag, gepaart mit einer derart sonnenhaften Klarheit, die nur Auserwählte kennzeichnet, deren Geist in alle Höhen und Tiefen des Seins gedrungen, und dem sich Geheimnisse der Schöpfung geoffenbart, die sich den andern Sterblichen eifersüchtig verschließen. Der assyrisch gehaltene dunkle Bart, in dem die ersten Silberfäden spielten, unterstrich noch diesen Eindruck. So denken wir Menschen uns das Antlitz eines Erhabenen. Doch so sehr dieses Antlitz auch leuchtete, wurde es dennoch überstrahlt von dem blendenden Glanz zweier Augen, die so mächtig waren wie die Majestät der Sonne vor der Erhabenheit des Himmels.

Beatus war nicht fähig, sich zu bewegen. Wuchtig lag die Ehrfurcht vor der Größe dieses Erhabenen, dem er sich so einfältig hatte nähern wollen, auf ihm und drohte ihn zu erdrücken. Gewaltig, wie eine Sturzflut, brach die Nichtigkeit seines Seins in ihn ein. Als er aber seine Blicke neuerdings auf die zwei milden Sonnen richtete und die unendliche Güte fühlte, die von diesem Gesichte ausging, war doch wieder eine unerklärliche, wohlige Ruhe in ihm und freudige Zuversicht senkte sich in sein Herz.

Die machtvolle Gestalt, die dem Gliederbau des hünenhaften alten Evangelisten nur wenig nachgab, ragte wie eine Säule gegen das Blau des Himmels. Das stark angegraute Haupt von den Strahlen der in seinem Rücken stehenden Sonne wie von einem Heiligenschein umspielt. So sah er lange ins Dorf hinab. Unten, neben dem fließenden Brünnlein vor ihrem Hause, gewahrte Beatus die anheimelnde Gestalt der alten Barbara Maatz. Es war alles so klein dort unten zu den Füßen der Gestalt vor ihm, die aufragte wie der heilige Leib eines Weltüberwinders.

Und die alte Barbara Maatz, die so klein da unten am Brünnlein stand, gab Beatus plötzlich gläubigen Mut, dass er sich leicht und freudig vom Boden erhob. Laut raschelte das Laub des alten Holderbaumes von Munderfing. Ruhig wandte sich der Wunderapostel um, und als er die Gestalt aus den Zweigen treten und über den mit Sternblumen übersäten Hang auf sich zukommen sah, legte sich ein so freudiges, gütiges Lächeln auf das Antlitz des heißgesuchten Meisters, dass es Beatus’ Sinne verwirrte und sein Schritt unsicher wurde. Gleichzeitig aber war es ihm, als flute eine starke, bebende Welle von Liebe in sein Herz.

Ohne einen Laut über seine Lippen bringen zu können, trat Beatus vor den Wunderapostel, die Hände hilflos herabhängend, seine weit geöffneten Augen mit der ganzen Kraft seines Glaubens auf den Ersehnten gerichtet.

Doch wie vor einer überirdischen Erscheinung taumelte Beatus zurück, als der Wunderapostel die Arme öffnete und ihn mit den Worten an seine Brust zog:

,Sei mir gegrüßt, Beatus, mein Sohn! Ich habe lange auf dich gewartet!‘“ (2)

Schnell merkte Beatus, dass er es hier mit keinem gewöhnlichen Menschen zu tun hatte, dass der Wunderapostel mehr war - ein Meister, ein Avatar, ein Heiliger. Der Wunderapostel selbst enthüllte sich ihm schließlich als einer jener Großen Brüder, jener Helfer der Menschheit, jener Meister des Fernen Ostens, der aus einem verborgenen Kloster des Himmalaya nach Europa gekommen war, um für sich und seine Brüder einen geeigneten Platz zu suchen. Denn die Großen Brüder wollten den Menschen des Westens in den bevorstehenden Erschütterungen der Weltenwende zur Seite stehen und ihnen helfen. So berichtet der Wunderapostel:

„‚Deshalb beschlossen sie, dass vorerst ein Bruder hinübergehen sollte, um die Seele der abendländischen Menschheit bis ins Letzte zu ergründen und die passendste Stätte zu suchen und zu bereiten für ihren Aufenthalt.

Die Wahl traf mich.‘

Einen Augenblick, als verstünde er die Worte nicht, als vermöge er sie nicht zu erfassen, blieb Beatus regungslos, dann schleuderte es ihn förmlich von der Brust des Sprechers, und mit großen Augen starrte er den vor ihm Sitzenden an. So verharrte er eine Weile. Der Meister aber lächelte sein rätselhaftes, leises, seltsames Lächeln, das so gütig und mit irdischem Sinn nicht zu ergründen war, hob die Hand, die den großen Smaragd trug und legte sie Beatus auf die Stirne. Und der Jünger fühlte, wie Ruhe in ihn einzog, die an Gleichmut grenzte. Ihm wurde wundersam wohl und still in seinem Herzen.

Und der Erhabene fuhr fort:

‚So habe ich vor einer Zahl von Jahren das schweigsame Kloster verlassen und mich aufgemacht auf den Weg nach Westen. Ich bin durch ganz Europa gezogen, und unser gemeinsamer Freund, der Fürst der Zigeuner, hat mir dabei große Dienste geleistet. So habe ich die verschiedenen Strahlungen der abendländischen Erde und der Seelen ihrer Völker kennengelernt.

Es war mir selbstverständlich, dass ich die Stätte des kommenden abendländischen Klosters meiner ,Großen Brüder‘ innerhalb der uns wohlbekannten gewaltigen Gebirgskette zu suchen hatte, die ihr die Alpen nennt.

Denn die hohen Gebirge tragen von Urtagen her Kräfte der Reinheit und heimliche Mächte des kosmischen Lebens in sich, von denen die heutige Menschheit noch nicht das Leiseste ahnt. Die Grate dieser Gebirge sind gewaltige Antennen, welche die kosmischen Kräfte des Alls in ganz besonderem Maße anziehen und in ihrem Leib bewahren.‘“ (3)

Anmerkungen

(1) Sterneder, Sonnenbruder, 2008, S. 102 f.

(2) Sterneder, Wunderapostel, 2008, S. 35 f.

(3) Sterneder, Wunderapostel, 2008, S. 467 f.

Resonanz & Wirkung

Die Romane erlebten zu Lebzeiten Hans Sterneders viele Auflagen, Der Sonnenbruder von 1922 bis 1969 zehn und Der Wunderapostel von 1924 bis 1977 vierzehn. Nach Sterneders Tod wurde Der Sonnenbruder noch viermal aufgelegt und Der Wunderapostel sechsmal. 2008 hat der Eich-Verlag beide Romane neu aufgelegt, den Wunderapostel mittlerweile in 3. Auflage.

Die Resonanz auf die Romane in der Leserschaft war von Anfang an phänomenal. So heißt es in einer Dissertation über Leben und Werk Hans Sterneders von Fritz Arno Weisse (1941):

„Sterneder hat die Pressestimmen über seine Werke nicht gesammelt, weil sie für ihn nichts anderes bedeuten, als die jeweilige persönliche Stellungnahme eines kritischen Fachmannes. Weitaus mehr kündet ihm ein anderer Gradmesser seiner Bedeutung: Die Briefe aus der Feder des Lesers. Mit einem Stolz, zu dem kaum ein zweiter Dichter unserer Zeit berechtigt wäre, weist er heute auf eine Sammlung von rund 25 000 Briefen aus allen fünf Erdteilen.

Und gerade der ,Wunderapostel‘ ließ seine Wirkungswellen über die ganze Erde kreisen. Ein flüchtiger Blick auf die Absender einiger Briefe diene zum Beweis: Da schrieben ihm deutsche Bauern, Arbeiter, Bürger, Gutsbesitzer, Mitglieder alter Fürstenhäuser, Hochschüler, Universitätsprofessoren, ferner Leser aus Russland, aus Italien, aus Frankreich, mexikanische Priester, argentinische Plantagenbesitzer, brasilianische Kaufleute, Ingenieure aus Peru, Chile und Bolivien, Kaufleute aus New York, eine Diamentenhändlerin aus San Franzisco, Deutsche aus Australien, Engländer aus Indien, eine Plantagenbesitzerin aus Java, mehrere Pflanzer aus Afrika, eine indische Fürstin, chinesische Studenten, Universitätsprofessoren aus Tokio. Unter diesen Briefen, deren Vielfalt nicht mehr zu übersehen ist, befindet sich kein einziges Autogrammansuchen der üblichen Art. Sie alle sind ernste Zeugnisse des Dankes und der glühenden Zustimmung. Lebensverzweifelte Menschen schreiben dem Dichter, sein Buch hätte sie vor dem Selbstmord bewahrt. Ungezählte danken ihm, dass er ihrem zerstörten oder inhaltsleeren Leben Ziel und Halt gegeben hatte, Tausende schreiben ihm, dass sie, die bisher blind durch die Welt gingen, durch sein Werk sehend geworden wären und sich in die Wunder des Alleinheits-Wissens eingefügt fühlten.“

F. Dietrich schrieb in einer Extraauflage der Zeitschrift ARVE (Zeitblätter zur Verinnerlichung und Selbsterkenntnis) zum 60. Geburtstag Hans Sterneders 1949 einen Aufsatz mit dem Titel „Hans Sterneder – dem Künder der Lebensgeheimnisse zum 60. Geburtstag“. Über die Romane Sonnenbruder und Wunderapostel schrieb er:

„So ging Hans Sterneder wohlausgerüstet mit den besten öffentlichen Worten an die Verwirklichung seines weiteren Planes, sich die Erlebnisse seiner fast dreijährigen Wanderzeit von der Seele zu schreiben. Und so entstand ,Der Sonnenbruder‘. Hier führt er den Leser mit einer solchen Stärke an das Herz der Natur, dass er ihren lebendigen Pulsschlag fühlt.

Nachdem Sterneder dies zweite Werk geschrieben und die Natur in ihrer erhabenen Schönheit und ihrer Durchseeltheit aufgezeigt hatte, konnte er es nach dieser Vorbereitung wagen, den dritten Schritt zu tun, dem er sich mit der ganzen Hingabe seines Lebens verschworen hatte: Der Aufzeigung der Durchgeistetheit und Durchgottung des Lebens, der Natur und der ganzen Schöpfung in seinem dritten Buch ,Der Wunderapostel‘.

Und er tat es so meisterhaft, dass man wohl behaupten darf, dass diese Tat in der gesamten europäischen Literatur einmalig dasteht und man weder vor ihm noch um ihn ein auch nur ähnliches Buch findet. Dieses Werk wurde mit einer Bewunderung in der Presse und mit einem Jubel der Menschen aufgenommen, wie es wohl kaum einem Buch sonst zuteil wird. Weit über 60 000 Briefe aus allen fünf Erdteilen kamen in Sterneders stilles Berghaus. Einfache Arbeiter, Bauern, Lehrer, Hochschulstudenten, Ingenieure, Kaufleute, Priester, Offiziere, höchste Adelige, Künstler – alles wandte sich an ihn und dankte ihm für die erlösende Tat. In tiefster Dankbarkeit bekennen viele Zehntausende, dass ihr Leben durch dieses Buch verwandelt wurde, weil es ihnen den Sinn des Lebens aufgeschlossen. Der ,Wunderapostel‘ ist ihnen zur Bibel geworden und lässt sie - um mit den Worten des Dichters Ludwig Huna zu reden – ,Zeit ihres Lebens von seinen Schönheiten und Weisheiten nicht mehr loskommen‘. Universitätsprofessor Burger sagt von diesem Buch, dass es zu den schönsten und wertvollsten Büchern der Weltliteratur gehöre und er sich an keines erinnern könne, das einen derart tiefen und nachhaltigen Eindruck auf ihn gemacht hätte.

Diese im ,Wunderapostel‘ geöffnete neue Welt baut Sterneder nun nach verschiedenen Richtungen und mit jeweils wechselnden Mitteln in den folgenden Werken aus.“

Zwanzig Jahre später schrieb Dietrich anlässlich Sterneders 80. Geburtstag den Artikel „Der ,Wunderapostel‘ des Wassermann-Zeitalters“ in „Die andere Welt – Monatsschrift für geistiges Leben und alle Gebiete der Geisteswissenschaften“, der späteren ESOTERA:

„Im ,Sonnenbruder‘ und dann in der Schilderung der Durchgeistigung und Durchgottung des Lebens, der Natur und der ganzen Schöpfung in seinem grandiosen ,Wunderapostel‘; ein literarisches Werk, in dem sich echte Dichtkunst und Geisteswissen vereinigen, um in die Tiefen des Ur-Wissens, der Ur-Religion zu steigen und Belange in künstlerisch vollendeter Form zu verkünden, die Wissenschaftler und geisteswissenschaftliche Forscher in ihren Werken kaum anzudeuten wagten. Es wurde von der Presse, vor allem aber von den geistig Strebenden mit Bewunderung, mit jubelnder Begeisterung aufgenommen, denn es erschloß Ungezählten den Sinn des Lebens und ließ sie ,zeit ihres Lebens nicht mehr von seinen in Schönheit kristallklar gefaßten Lebensweisheiten loskommen‘, wie u. a. der Dichter Ludwig Huna bekannte.“

Im Februar 2011 schrieb Marina Brenner eine Buchbesprechung zum Wunderapostel in „Yoga aktuell“:

„Wer nach Büchern aus dem Themenbereich Spiritualität stöbern will, findet in den meisten Buchhandlungen eigene große Regale dafür. Nicht nur das Spektrum ist breit, sondern auch die Qualität ist recht unterschiedlich. Viele Publikationen kratzen lediglich an der Oberfläche, und manch eine schwimmt auf der Welle der Beliebtheit einfacher, oft pseudo-esoterischer Glückrezepte.

,Der Wunderapostel‘ ist ein Buch, auf das all dies nicht zutrifft. Es gibt Anstöße, die sich, wenn sie auf fruchtbaren Boden treffen, zu tiefen Einsichten entfalten können. Es handelt sich um einen Roman des österreichischen Schriftstellers Hans Sterneder (1889-1981), der stets wortgewaltig und poetisch ein spirituelles Urwissen vermittelte. Neben der Heilung und Geistheilung sowie der Astrologie, der Achtung vor der Natur und ihrer Durchgeistigung und einer kritischen Haltung gegenüber materialistisch ausgerichteter Wissenschaft thematisierte Sterneder immer wieder das spirituelle Erbe alter Hochkulturen, so auch der indischen. Im ‚Wunderapostel‘, der Fortsetzung des Landstreicherromans ,Der Sonnenbruder‘, geht es um die Wanderschaft des von einem Schicksalsschlag schwer getroffenen Geigenvirtuosen Beatus Klingohr an der Seite eines über heilige Kräfte verfügenden Lehrers und Heilers - eine Walz, die zum Einweihungsweg wird. Obwohl er ein bedeutendes Werk der spirituellen Literatur darstellt, ist Sterneders Roman eher nicht in den Regalen der großen Buchhandlungen zu finden. Es lohnt sich aber, nach dem ,Wunderapostel‘ Ausschau zu halten oder dieses Buch über das Internet zu bestellen. Die Originalausgabe erschien bereits 1924; Anfang der 1990er Jahre entstand ein auf DVD erhältlicher Spielfilm zu dem Roman.“

In der Zeitschrift „Sternbild“, Monatszeitschrift des Allgeier-Verlages, ist im Oktober 2009 über den Wunderapostel zu lesen:

„In diesem Roman beschreibt der Autor das Suchen nach dem Sinn des Lebens. Seine Hauptfigur Beatus Klingohr findet diesen Sinn schließlich an der Seite seines Lehrers, des Wunderapostels, der ihn in die Meisterschaft der Astrologie einführt. ,Der Wunderapostel‘ ist ein Einweihungsroman, in ihm erstrahlt, was Hans Sterneder als die Berufung seines Lebens enmpfand: die Verbindung von hoher Literatur und tiefer Geistigkeit, die Verschmelzung literarischen Hochgenusses mit einer Spiritualität, die bis in die höchsten Bezirke des Göttlichen führt.“

Im April 2010 heißt es in einer Rezension zu Sterneders Tierkreisgeheimnis und Menschenleben in „Astrologie heute“ über den Wunderapostel:

„Zu seiner Zeit, das heißt im letzten Jahrhundert, war er aber einer der bedeutendsten seiner Zunft. Mit seinen Büchern, vor allem dem Einweihungsroman ,Der Wunderapostel‘ hat er Millionen von Lesern gefunden. Die beiden Romane ,Der Sonnenbruder‘ und ,Der Wunderapostel‘, die im Grunde zusammengehören, wurden übrigens 1993 verfilmt. Eine ganz außergewöhnliche Literaturadaption ganz abseits des üblichen Mainstreams.“

Schon in den 1920er Jahren gab es viele positive Stimmen zu den Romanen. Zum Sonnenbruder schrieb die Berliner Morgenzeitung Anfang der 1920er Jahre:

„Die tiefe Verbundenheit von Mensch und Natur bildet das klingende Grundthema des Buches. In wundervollen Bildern deutscher Landschaften, in prächtigen Menschen, im Stimmungszauber märchenhafter Romantik offenbart sich die kosmische Sehnsucht, die, wie in dem Verfasser, auch in vielen Menschen unserer Tage lebt. Ihnen vermag dieses Buch Richtung und feierliche Erhebung zu geben.“

In der Mitteldeutsche Zeitung hieß es:

„Mögen viele dieses Buch lesen, viel Sonne und Frieden dabei finden, und möge in ihnen die Liebe zur Natur und ihren Geschöpfen, zu solchen Sonnenbrüdern geweckt werden.“

Adolf Potthoff schrieb im November 1923 in der Zeitschrift „Die schöne Literatur“:

„Ecce poeta! Hier haben wir endlich einmal wieder einen deutschen Dichter, deutsch in dem Sinne, den man nicht formulieren kann, sondern den man fühlt durch Wort und Satz und durch den Blick der Augen. Das Hohelied der Landstraße, wie es seit Eichendorff nicht wieder erklungen ist. Ein Bonsels wirkt abgeschmackt dagegen. Ich wüßte nicht, wann ich in einem modernen Buche ein Kapitel von der poetischen Kraft gelesen hätte, wie es das erste Kapitel des Landstreicherromans ist. Dieses Verbundensein mit der Natur, dieses Weben und Leben mit Baum und Strauch, diese geradezu franziskanische Versunkenheit in die Wunder der Welt und dieses edle Menschentum in den „Sonnenbrüdern“, die hier durch Sonne und Regen, durch Schnee und Eis über die Straßen der Erde laufen, heimatlos überall und doch in der Natur zu Hause wie der König in seinem Palaste nicht daheim sein kann - das ist etwas ganz Wunderbares.“

Auch zum Wunderapostel gab es bereits nach der Erstauflage begeisterte Stimmen. In Buchempfehlungen von 1925 zitierte der Staackmann-Verlag eine Würdigung des Romans durch den Schriftsteller Ludwig Huna (1872-1945):

„Ich bin noch ganz trunken von der aus gralsartigen Sphären dringenden Wahrheit und Weisheit, die eine so neue Welt auftun, dass man manchmal von Sinnen kommt. Welch wunderbare Beobachtungsgabe, welch tiefes Einfühlungsvermögen, das in alle Wunder des Makro- und Mikrokosmos einzudringen vermag! Dieses Buch stürzt Religionen und baut eine einzige Religion auf: die der Liebe! Und dieser berauschende Dithyrambus von Lebensfreude, der einen mitreißt: hin zum Weben der Gottheit, das man jeden Augenblick zu hören, zu sehen, sicher aber zu fühlen meint! Dieses Werk hat einen namenlosen Reichtum in meine Seele gelegt, und ich werde zeitlebens von seinen Schönheiten und Weisheiten nicht loskommen.“

Der bekannte Fotograf Kurt Hielscher (1881-1948) wird 1925 so zitiert:

„Ich bin Jahr um Jahr durch Deutschlands Herrlichkeit, durch die Wundergartenpracht Italiens, durch die sonnendurchlohte Toteinsamkeit der Hochebene Spaniens gezogen und habe Herz und Augen geöffnet für alle Wunder der Natur, habe aber stets geglaubt, dass sich dies seligste Wanderglück nicht mit Worten ausdrücken lässt. Doch da hat mir das Schicksal Hans Sterneders ‚Sonnenbruder’ und ‚Wunderapostel’ in die Hand gegeben und aus ihnen ist mir mit überwältigender Wucht all das entgegengeströmt, was hehrstes Naturleben, inbrünstigste Gottoffenbarung meiner Wanderseligkeit war. Deutscher, willst du den Geist Gottes und der Natur dich umwehen fühlen, von dem ich geglaubt, dass er unverkündbar sei, dann lies diese Bücher.“

Mitte der 1920er Jahre schrieb E. Burger in „Die Quelle“:

„Ein seltsames Buch! Wer sich seiner Lektüre hingibt, der wird nicht nur goldener Stunden edelsten Genusses teilhaftig, der wird auch innerlich geläutert und tüchtiger für den Weg, der zur Höhe lenkt. Es ist etwas Herrliches um die Wiederverkörperung, welche die Todesfurcht zerstört, und um den nie versagenden Trost, den der Glaube an das Gesetz von Schuld und Sühne gibt. Das Buch gehört auf jeden Büchertisch, denn es dient der seelischen Erneuerung des Einzelnen und des ganzen Volkes.“

In einer Buchbesprechung der Rheinisch-Westfälische Zeitung hieß es Mitte der 1920er Jahre:

„Im höchsten Sinne fesselnd ist das astrologisch stark beeinflußte Weltbild, geradezu monumental in seiner einfachen Größe und Einheitlichkeit, die Schöpfung eines intuitiven Dichtergeistes von zwingender Gewalt. In seiner Form stellt der ,Wunderapostel‘ eine der wundervollsten Leistungen in der Romandichtung der Zeit nach 1900 dar, und Sterneder gehört schon mit seinen ersten drei Dichtungen in die erste Reihe unserer deutschen Epiker überhaupt.“

E. Borg schrieb 1925 im Zentralblatt für Okkultismus:

„Das ist ein ganz prächtiges Buch, so fein wie das heimliche Fluten und Säuseln der luftgetränkten Sommerlüfte, so tief wie die ganze unergründliche Natur, so reich und gewaltig, herzbeklemmend wie die Erhabenheit des unendlichen Sternenhimmels! Wahrlich, so lange deutscher Geist solche Bücher gebiert, kann er, trotz aller äußerlichen Fehler und aller Knechtung, nicht verloren gehen, darf er einer reinen, starken Wiedergeburt gewiß sein, ist doch dieses Werk ein sicheres Zeichen der Selbstbesinnung. Denn will man Inhalt und Bedeutung dieses Romans kurz andeuten, so kann es darin geschehen: Er ist eine meisterliche Verdeutschung des östlichen Geheimwissens, schlechthin gewöhnlich als Theosophie bezeichnet, eine anschaulich gewinnende Einführung in die Astrologie - nicht als Wahrsagekunst, sondern als wahrhaft königliche Wissenschaft und Weltanschauung -, darüber hinaus aber nicht eine Erklärung sondern unmittelbare lebendige Darstellung neuzeitlicher Mystik, deren beide Seiten umfassendste, tiefste, bis zu den Quellgründen dringende Naturerkenntnis und darum alles Leben und Erleben heiligende Gotteserkenntnis ist. Der Kundige wird nebenbei an die Sendung Bo Yin Rä's erinnert werden und kann also in diesem Roman eine Verklärung des Künstlers als des wahren Gottesboten und Propheten sehen. Doch was sind Worte des Berichtes, der Beschreibung gegenüber der weihevollen Offenbarung dieser Dichtung, die gelesen, genossen, erlebt werden muß, um in eigener Lebensgestaltung wieder gelebt zu werden!“

In der Zeitschrift „Theosophische Kultur“ hieß es 1925:

„Der Versuch, uralte, geheime Lehren, welche die Grundlagen der theosophischen Weltanschauung bilden, in einem Roman zur Darstellung zu bringen, muß im Bezug auf Sterneders 'Wunderapostel' als durchaus geglückt bezeichnet werden. Die Handlung ist natürlich, lichtvoll und schön gezeichnet, der Roman ist leichtfaßlich geschrieben, stilistisch sehr schön und voll Poesie. Die Lektüre kann nur Gutes wirken, und wir begrüßen den Roman als einen Lichtstrahl im Meer der vielen astralen Romane!“